Damit Sie rclone und Duplicati leichter in Ihre eigene Backup-Strategie integrieren können, finden Sie im Folgenden einige praxisnahe Beispiele, die typische Szenarien aus dem Alltag von Websites, Onlineshops und Entwicklungsumgebungen abbilden und zeigen, wie die beiden Tools in Kombination mit dem Object Storage 2.0 eingesetzt werden können.
Ein häufiges Szenario ist die Sicherung einer MySQL- oder MariaDB-Datenbank. Da Datenbanken alle dynamischen Inhalte einer Anwendung speichern, empfiehlt es sich, regelmäßig konsistente Exporte anzulegen. Mit mysqldump lässt sich ein solcher Dump sehr einfach erzeugen. Der folgende Befehl erstellt beispielsweise eine Datei, die das aktuelle Datum im Dateinamen trägt und dadurch eindeutig zugeordnet werden kann:
mysqldump -u BENUTZER -pPASSWORT --single-transaction --quick --lock-tables=false DATENBANKNAME > /var/backups/db_$(date +%F).sql
Sobald der Dump erstellt wurde, kann er mit rclone direkt in einen Bucket im Object Storage kopiert werden:
rclone copy /var/backups/db_$(date +%F).sql backup-remote:mein-bucket/db-backups/
Um rclone mit dem Object Storage 2.0 zu verbinden, starten Sie zunächst den Konfigurationsassistenten:
rclone config
Nach dem Anlegen eines neuen Remotes tragen Sie die notwendigen Werte ein, darunter den Typ "s3", die Region "other-v4-signature", den individuellen Endpoint sowie den Access Key und Secret Key aus dem Kundencenter. Sobald die Verbindung eingerichtet ist, lässt sich der Remote-Zugang wie ein virtuelles Laufwerk nutzen.
Besonders effizient arbeitet rclone beim Synchronisieren kompletter Verzeichnisse. Möchten Sie etwa das Webverzeichnis einer Anwendung sichern, kann der folgende Befehl täglich ausgeführt werden:
rclone sync /var/www/DOMAIN/web/ backup-remote:mein-bucket/web-backup/DOMAIN/
rclone überträgt dabei nur Dateien, die seit dem letzten Lauf verändert oder neu hinzugekommen sind. Auf Linux-Servern lassen sich diese Abläufe problemlos automatisieren, indem Sie sie in einem Cronjob hinterlegen. Ein tägliches Backup, das um 3 Uhr morgens sowohl einen Datenbank-Export als auch die Synchronisierung eines Webverzeichnisses durchführt, könnte beispielsweise so aussehen:
0 3 * * * mysqldump -u BENUTZER -pPASSWORT DBNAME > /var/backups/db.sql && rclone sync /var/www/DOMAIN/web/ backup-remote:mein-bucket/web-backup/DOMAIN/
Ein besonders anschauliches Beispiel ist das Backup eines Onlineshops, etwa einer Shopware-Installation. Solche Systeme bestehen üblicherweise aus mehreren klar abgrenzbaren Bereichen, die sinnvollerweise getrennt gesichert werden sollten. Häufig finden sich ein Medienverzeichnis wie public/media, ein Upload-Verzeichnis, Plugin- oder Theme-Ordner sowie Konfigurationsdateien und eine Datenbank. Durch die Trennung der Sicherungsziele bleiben die Backups übersichtlich und die Wiederherstellung lässt sich im Ernstfall deutlich leichter durchführen. Eine mögliche Backup-Struktur könnte so aussehen:
rclone sync /var/www/DOMAIN/web/media/ backup-remote:mein-bucket/DOMAIN/media/
rclone sync /var/www/DOMAIN/web/files/ backup-remote:mein-bucket/DOMAIN/uploads/
rclone sync /var/www/DOMAIN/web/custom/plugins/ backup-remote:mein-bucket/DOMAIN/plugins/
mysqldump -u BENUTZER -pPASS DB > /var/backups/shop-db.sql && rclone copy /var/backups/shop-db.sql backup-remote:mein-bucket/DOMAIN/db/
Je nachdem, wie Ihre Anwendung aufgebaut ist, kann es auch sinnvoll sein, bestimmte Konfigurationsdateien separat zu sichern. Dateien wie .env, wp-config.php oder systemrelevante Konfigurationsdateien seltener geänderter Dienste sind besonders kritisch und sollten gut geschützt werden:
rclone copy /var/www/DOMAIN/web/.env backup-remote:mein-bucket/DOMAIN/config/
Während rclone sich vor allem für serverseitige und automatisierte Backups eignet, ist Duplicati eine gute Lösung für lokale Arbeitsstationen. Viele Agenturen oder Entwickler nutzen Duplicati beispielsweise für die Sicherung ihrer Projektordner, Entwürfe oder Dokumentationen. Die Einrichtung erfolgt bequem über einen grafischen Assistenten. In einem typischen Szenario wählen Sie unter Windows oder macOS einen zu sichernden Ordner wie etwa C:/Projekte/Agentur aus, verbinden Duplicati mit Ihrem Object-Storage-Bucket, aktivieren die Verschlüsselung und legen einen Zeitplan fest, beispielsweise tägliche Backups um 18 Uhr. Anschließend definieren Sie noch eine Aufbewahrungsstrategie wie "30 Versionen behalten und ältere monatlich reduzieren". Duplicati übernimmt die Verschlüsselung, Komprimierung, inkrementelle Sicherung und nötige Bereinigung automatisch und sorgt dafür, dass wichtige Arbeitsunterlagen ohne manuellen Aufwand dauerhaft geschützt bleiben.
Zusammenfassend zeigen diese Beispiele, wie flexibel rclone und Duplicati in Kombination mit dem Object Storage 2.0 genutzt werden können. Ob automatisierte Server-Backups, strukturierte Sicherungen komplexer Anwendungen oder verlässliche lokale Arbeitsstations-Backups: Durch eine klare Struktur und regelmäßige Ausführung schaffen Sie eine robuste Sicherungsumgebung, die sowohl im Alltag als auch im Ernstfall zuverlässig funktioniert.