Im letzten Schritt stellen Sie Ihre Anwendung von der alten auf die neue Object Storage-Verbindung um. Das bedeutet: Ersetzen Sie die alten Zugangsdaten durch die neuen an den entsprechenden Stellen der Konfigurationsdateien Ihrer Software. Meist müssen vier Werte angepasst werden: Access Key, Secret Key, Bucket-Name und Endpoint/Hostname des Object Storage. Suchen Sie in der Konfiguration Ihrer Anwendung nach Einträgen, die auf den bisherigen Object Storage verweisen (ggf. anhand des Bucket-Namens oder der alten Endpoint-URL erkennbar) und aktualisieren Sie diese auf die Werte des neuen Object Storage 2.0.
Wichtig: Führen Sie diesen Konfigurationswechsel erst durch, nachdem die Datensynchronisation aus Schritt 2 abgeschlossen ist. Andernfalls würde Ihre Anwendung auf einen (noch) leeren Bucket zeigen. Stellen Sie außerdem sicher, dass Sie Zugriff auf die Konfiguration haben (z.B. per FTP/SSH oder über das Backend der Anwendung). Fertigen Sie am besten vor Änderungen ein Backup der betreffenden Konfigurationsdatei an.
Schalten Sie nun den Wartungsmodus wieder ab, sofern Sie diesen für die Synchronisierung und die Umstellung aktiviert hatten.
Beispiel: Migration bei Shopware 6
Bei einer Shopware 6-Installation sind die Object Storage-Zugangsdaten typischerweise in der Datei .env.local im Hauptverzeichnis des Shops hinterlegt. Suchen Sie dort den Block mit den Einträgen für den Object Storage (beginnt meist mit OS_...). Ersetzen Sie alle Werte durch die Daten Ihres neuen Object Storage 2.0 - insbesondere OS_ACCESS_KEY_ID, OS_SECRET_ACCESS_KEY, OS_DOMAIN (S3-Endpoint oder Whitelabel-Hostname) sowie OS_BUCKET. Achten Sie darauf, die Syntax beizubehalten (keine Anführungszeichen hinzufügen oder entfernen, etc.). Speichern Sie die Änderungen anschließend ab. Tipp: Legen Sie vor dem Editieren eine Sicherungskopie der bisherigen .env.local an, um bei Bedarf schnell zurück wechseln zu können.
Da Shopware 6 statische Medien (Bilder usw.) direkt aus dem Object Storage lädt, ist in der Regel keine Ausfallzeit nötig und Ihre Seite kann während der Migration online bleiben. Wichtig ist nur, dass während der Datenübertragung keine neuen Medien hochgeladen oder gelöscht werden (siehe Hinweis oben), damit kein Standverlust entsteht. Nachdem Sie die .env.local-Datei angepasst haben, übernimmt Shopware beim nächsten Zugriff die Dateien aus dem neuen Object Storage.
Abschließend müssen Sie in Shopware noch den Cache leeren und das Theme neu kompilieren, damit alle Änderungen wirksam werden. Dies können Sie entweder über die Shopware-Administration tun (Im Menü Einstellungen → Caches & Indizes leeren sowie im Theme-Manager das Theme neu zuweisen/kompilieren) oder per SSH-Konsole:
php /var/www/ihredomain.de/web/bin/console cache:clear
php /var/www/ihredomain.de/web/bin/console theme:compile
Nach dem erfolgreichen Kompilieren sollten Sie prüfen, ob Ihre Shopware-Seite nun wie gewohnt funktioniert und die Medien aus dem neuen Object Storage geladen werden. Kontrollieren Sie z.B., ob Produktbilder und Uploads angezeigt werden und ggf. neu hochgeladene Medien im richtigen (neuen) Bucket landen. Wenn alles in Ordnung ist, können Sie den Wartungsmodus der Website wieder aufheben. Die Migration ist abgeschlossen und Ihre Anwendung nutzt nun den Object Storage 2.0.